21. September1957

BildAm 21. September 1957 um 14 Uhr Greenwich Mean Time (GMT) registriert der US-Frachter Penn Trader auf 500 kHz das SOS: »Here german fourmastbark ›pamir‹ at position 35.57 n, 40.20 w, all sails lost, lopside 35 degrees, still gaining, ships in vicinity please communicate, master«. Und um 14.54 Uhr: »SOS, SOS, SOS de DKEF rush rush to us, german fourmast broken ›pamir‹ danger of sinking, master«.
Am nächsten Tag trat ein Sprecher vor den Abendnachrichten vor die Fernsehzuschauer in Deutschland und verkündete, allem Anschein nach sei tags zuvor das Segelschulschiff Pamir gesunken, mitten im Atlantik. Von den 86 Besatzungsmitgliedern gäbe es keine Spur. Das Programm wurde ausgesetzt. Der Bildschirm blieb für den Rest des Abends schwarz.
Die Pamir war als frachtfahrendes Segelschulschiff für die deutsche Handelsschifffahrt eingesetzt. Sie sank auf der Fahrt von Buenos Aires mit Ziel Hamburg am 21. September 1957 im Hurrikan Carrie bei Windgeschwindigkeiten bis zu 130 km/h und 12-14 m hohen Wellen. Nach mehreren Tagen stand fest, dass lediglich 6 der 86 Besatzungsmitglieder gerettet werden konnten. Von den 51 Kadetten an Bord wurden 45 nur 16 bis 18 Jahre alt.
Das Bangen, die Anteilnahme, die Erschütterung und die Trauer in der Bevölkerung waren so stark, dass ich mich bis heute daran erinnere, wenn ich in der Eingangshalle des DUCKDALBENs vor der großen Vitrine stehen bleibe und darin das Modell der Pamir sehe. Dieses Meisterwerk zeigt die Viermastbark in ihrer ganzen Erhabenheit. Es ist 127 cm lang und rund 3 kg schwer. Norbert Gyszas, ein Mitglied der Seemannsmission, hat es aus Holz gebaut. Etwa 500 Arbeitsstunden stecken darin. Er suchte unter den ca. 30 Segelschiffen, die er damals bereits nachgebaut hatte, das Modell der Pamir aus und schenkte es uns, weil es eines der wenigen Schiffe ist, welches fast alle Seeleute kennen (nach: Hamburger Wochenblatt, 16.02. 2000).
Auf einer Gedenktafel in der Hamburger Katharinenkirche sind die Namen der 80 verstorbenen Seeleute aufgeführt. Über der Tafel schwebt ein Albatros, und unter den Namen stehen Worte aus einem Gedicht Hölderlins:

WIR, SO GUT ES UNS GELANG, HABEN DAS UNSRE GETAN

Geschrieben von Bärbel unter Mithilfe von Jan O. und Holger

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