… erfüllt der DUCKDALBEN jährlich, sagte Angela Titzrath. Sie ist seit Jahresbeginn Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG – und kam im Oktober zum Kamingespräch in den Club.

Mit dabei war auch Hans-Jörg Heims, Chef der HHLA-Unternehmenskommunikation. Titzrath: „Es ist ein Jahr her, dass ich bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) Verantwortung übernommen habe, zunächst als Mitglied des Vorstands und seit Jahresbeginn als Vorstandsvorsitzende. Ein Jahr ist viel zu kurz, um schon zu sagen, ich wüsste nun alles über Hamburg. Daher freue mich sehr, heute Abend auf meiner Erkundungsreise durch diese Stadt im DUCKDALBEN Station machen zu dürfen.“

Es waren „zwei sehr schöne Stunden“, sagte Jan Oltmanns, Leiter des Clubs. Für ihn war der Besuch von Angela Titzrath mehr als ein Antrittsbesuch oder eine Stippvisite. Kaum hatten sich Maike Puchert /Leiterin Bordbetreuung), Arne Wesseloh (Vorstand Deutsche Seemannsmission Hamburg-Harburg) und Jan Oltmanns für den Besuch bedankt, da revanchierte sich die HHLA-Chefin: „Lassen Sie mich mit einem Dank beginnen. Und der gilt Ihnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Seemannsmission Hamburg. In der öffentlichen Wahrnehmung reduziert sich der Hafen ja meistens darauf, wie viele Container umgeschlagen werden und die Größe von Schiffen. Dabei gerät manchmal aus dem Blick, dass hinter jedem Schiffsanlauf und jeder Containerbewegung Menschen stehen. Und kaum einmal würdigen wir die Leistung der Schiffsbesatzungen.“

Die Frau aus Essen, dem Schreibtisch des Ruhrgebiets, hat das erste Jahr gut genutzt, auch dorthin zu schauen, wo die Lichter der Großstadt die Leistung der Seeleute zuweilen nicht ausleuchten: „Auf den Terminals nehmen wir diese als namenlose Gestalten in orangefarbenen Arbeitsoveralls wahr, mit denen nur das Notwendigste kommuniziert wird. Welche Entbehrungen diese Männer, die wochenlang auf hoher See und fernab von ihren Familien verbringen, auf sich nehmen, das ahnen wir allenfalls. Daher ist es gut, dass es eine Einrichtung wie den DUCKDALBEN gibt, der den Seeleuten in der Fremde ein Stück Zuhause bietet. Ich meine damit nicht nur die zahlreichen Serviceleistungen, die von den Besuchern genutzt werden können. Noch wichtiger, scheint mir, ist die menschliche Zuwendung, die die Gäste hier erfahren.“

Für Angela Titzrath sind Respekt, Achtsamkeit und Dankbarkeit Werte, die sie einfach und wie selbstverständlich mit in den Club brachte: „Jeder von uns, der im Ausland schon mal auf Hilfe angewiesen war, weiß wie dankbar man in solchen Situationen für ein Wort des Zuspruchs und der unbürokratischen Tat ist. Jährlich 40.000 Seeleute aus 106 Ländern nutzen das Angebot der Seemannsmission Auf 40.000 individuelle Wünsche, verbunden manchmal mit Sorgen und Nöten, gilt es einzugehen. Das ist eine große Leistung, die Sie mit Professionalität, aber auch menschlicher Wärme vollbringen.“

Dabei geht der Dank der HHLA-Chefin an die festen aber auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Clubs: „Für die Arbeit zolle ich Ihnen meinen uneingeschränkten Respekt und Anerkennung, insbesondere auch, weil dahinter ein Großteil an ehrenamtlichem Engagement steckt.“

Doch die HHLA-Vorstandsfrau wäre keine Managerin der maritimen Wirtschaft, wenn sie nicht auch das eine oder andere Wort zur Zukunft des Hafens gefunden hätte. Sie erinnert daran, dass „Hamburgs Erfolg sich auf einem natürlichen Produktionsfaktor: dem Wasser als Verkehrsweg gründet. Der Handel über die Weltmeere, der Schiffbau, die Industrien am Wasser und der Hafen haben Hamburgs Reichtum und sein Ansehen über viele, viele Jahre gemehrt.“ Es gelte, diesen natürlichen Produktionsfaktor Elbe weiter zu stärken und Hamburg als Tor zur Welt offen zu halten: „Das liegt im Interesse Hamburgs. Wir sind der größte Arbeitgeber im Hafen. Über 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier am Standort bei der HHLA beschäftigt. Sie leisten einen bedeutenden Beitrag zur Wertschöpfung und damit zum Wohlstand der Stadt. Eine Exportnation wie Deutschland braucht einen modernen Hafen. Es wäre geradezu fahrlässig, wenn wir uns von den Handelsrouten zur See abkoppeln würde.“

Bei allem Blick nach vorn. Angela Titzrath schaut zuweilen nah auf das, was Hamburg sonst noch ausmacht. Dabei gibt sie – „Kind des Ruhrgebiets“ - eine besondere Vorliebe zu. Sie nennt es zwar - noch - nicht „Jieper“. Aber man weiß, was sie meint: „Weil niemand seine Herkunft leugnen kann, gestehe ich, dass ich froh bin, dass man auch in Hamburg lecker Currywurst essen kann. Aber – und das ist kein fishing for compliments – ich weiß inzwischen auch, wo die Fischbrötchen mit Ei besonders gut schmecken.“

Bei derart viel Anerkennung für Club, Fischbrötchen und Hamburg blieb dem sonst so redegewandten Jan Oltmanns nur ein kurzes Fazit: „Es waren sehr schönen Stunden. Es freut mich sehr, dass die Seeleute und die Deutsche Seemannsmission im Vorstand der HHLA mit Frau Titzrath eine Freundin haben. Ich bin überzeugt, gemeinsam können wir eine Menge im Interesse der Seeleute verbessern.“

Text und Bild: Hergen Riedel

Bericht von Olaf - 08.11.17