7. Mai 1965

Bild7. Mai 1965: Die SS Cedarville hat über Nacht in Rogers City am Lake Huron gelegen. Nun geht die Fahrt weiter nach Gary in der Nähe von Chicago am Lake Michigan. An Bord sind 35 Seeleute. Die Ladung: 14 400 t Kalkstein. Es herrscht dichtester Nebel in der "Straits of Mackinac" östlich der Mackinac Bridge. Lufttemperatur 5°, Wassertemperatur 2-3°. Unentwegt tuten die Nebelhörner. Mehrere andere Schiffe befinden sich in der Nähe der Cedarville, als der norwegische Frachter Topdalsfjord sie an Backbordseite rammt und unter Wasser ein großes Loch in den Rumpf reißt, in das sofort Wasser einströmt. Der Versuch des Kapitäns, das Schiff noch ans nahe Land zu steuern, misslingt. Die Cedarville kentert über Steuerbordseite und sinkt mit dem Bug voran auf Grund. Ein Rettungsboot, in welches sich einige Seeleute geflüchtet haben, lässt sich nicht ausklinken und wird mit in die Tiefe gerissen.
Wie kommt es nun, dass ein Rettungsring der vor mehr als 50 Jahren untergegangenen Cedarville bei uns im DUCKDALBEN gelandet ist? Der Besatzung des deutschen Frachters Weissenburg, der damals ebenfalls in der Nähe war, gelang es unter äußerst dramatischen Umständen trotz der miserablen Sichtverhältnisse 25 Mann der Besatzung der Cedarville lebendig aus dem eisigen Wasser zu bergen. 10 Seeleute allerdings fanden den Tod. Der Kapitän der Weissenburg, Werner May, wurde später für seine umsichtige Rettungsaktion geehrt. Er bewahrte bis zu seinem Tod einen Rettungsring der Cedarville auf, der von seinen Nachkommen nun, im Februar 2016, dem DUCKDALBEN geschenkt wurde.
Das Wrack der Cedarville liegt noch immer an der Unglücksstelle in etwa 30m Tiefe und wird häufig von Tauchern aufgesucht.
In Mackinaw City, in dessen unmittelbarer Nähe das Unglück geschah, und in Rogers City, woher mehrere der Seeleute stammten, werden jedes Jahr am 7. Mai Gedenkfeiern abgehalten. Daran nahmen 2015 am 50. Jahrestag des Unglücks noch sieben Überlebende der Cedarville teil.
Ergreifende Augenzeugenberichte und weitere interessante Einzelheiten über den Unglückshergang finden sich im Internet, wenn man „SS Cedarville“ in eine Suchmaschine eingibt.

Geschrieben von Bärbel unter Mithilfe von Wolfgang L.

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