Zum 534. Geburtstag von Martin Luther trafen sich auch in diesem (Jubiläums-) Jahr Freunde der Boule-Kugel im Seemannsclub. „Wo kein Spiel, da kein Leben“, sagte Luther. Recht hat er.

Durch seine 95 Thesen ist Martin Luther eher als ernsthafter Mann bekannt. Dabei wetterte der Mann aus Eisleben nicht nur gegen den Ablasshandel, sondern hatte auch Humor. Überliefert ist der Satz „Wenn Gott keinen Spaß verstünde, so möchte ich nicht in den Himmel.“

Der Spaß war es auch, der beim 9. DUCKDALBEN Boule Turnier im Vordergrund stand - 534 Jahre nach dem Geburtstag Martin Luthers am 10. November 1483. Petrus meinte es zwar am Abend des Turnieres nicht gut. Er öffnete die Himmelsschleusen. Doch Petrus war ja katholisch. Er kannte vermutlich ebenso wenig wie Luther das Spiel, bei dem Erwachsene mit Eisenkugeln auf kleine Holzmurmeln zielen. Der Boule-Experte nennt sie lutherisch-kraftvoll auch „Schweinchen“.

Dabei hat Boule wenig mit Boccia zu tun, vielleicht auch, weil das aus dem katholischen Italien stammt. Doch selbst Päpste mochten Boule: Im 16. Jahrhundert rief Papst Julius II die besten "Bouleurs" des Landes zusammen. Dennoch: Boule ist heute überkonfessionell, ein ökumenisches Spiel. Und das passt auch zum 500. Jubiläum, dass Luther seine Thesen an die Kirchtüre zu Wittenberg hämmerte: Zum Jubiläumsjahr riefen die beiden großen Kirchen evangelische und katholische Gemeinden dazu auf, die 500 Jahre Reformation in gemeinsamen Gottesdiensten zu feiern.

Boule stammt aus Frankreich. Hier wurde es trotz zwischenzeitigen Verbotes – oft heimlich in Abteien von Mönchen wie Luther gespielt. Sie waren es auch, die die ersten überdachten Bouleplätze bauten. Da das Boulodrom des DUCKDALBEN leider kein Dach hat, rollten die Kugeln regennass, um dem Schweinchen, der Zielkugel, nahe zu kommen. Und auch da passt Boule zu Luther. Manche nennen die kleine Holzkugel auch lutherisch- kraftvoll Sau. Und Luther schrieb „Ihr sollt eure Perlen nicht vor die Säue werfen“. Es reichen die Boule-Kugeln.
Bericht von Olaf - 17.11.17