musste Prof. Dr. Rüdiger Grube nicht, als er Gast des DUCKDALBEN-Kamingesprächs war. Daher plauderte der Vorsitzender des HHLA-Aufsichtsrates und ehemalige Bahn-Chef bis spät in den Abend über Hafen, Bahnverkehr, Logistik und den Club, "den jeder kennt, ich auch, aber ich war noch nie hier", bekennt Grube. Dabei passt der Ort DUCKDALBEN zum HHLA- und Ex-Bahn-Manager wie ein ICE aufs Gleis: Einen Steinwurf entfernt vom Club werden Schiffe entladen, wenige Meter vom DUCKDALBEN ziehen die Loks Waggons. Grube: "Wir sind eben hier mitten im Hafen"

Und als es denn doch geklappt hat, war Grube nicht nur "super beeindruckt," sondern auch frank und frei in der Vorrede: " Ihr wollt doch gut Wetter machen für den Club, deswegen bin ich doch hier. Und ich finde das auch gut so", machte der EX-Bahnchef sofort klar, was er diesen Abend war und in Zukunft sein will: Ein Freund des Clubs, der die "anständige Arbeit der Kirche" hier würdigt. "So ein Unternehmen für Seeleute könnte eine staubtrockene Angelegenheit sein, aber Ihr Engagement bringt es", sagt Gruber und ergänzt, beiläufig aber bestimmt: "Toll, handfeste Arbeit". Und nochmal: "Ich bin super beeindruckt."

Dabei kennt sich Gruber mit Unternehmungen aus, zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Auf dem Lande war er unterwegs als Chef der Deutschen Bahn AG, Aeronautik war sein Metier, als er Fahrzeugbau und Flugtechnik in Hamburg studierte und bei Airbus wirkte. Mit Wasser und Seefahrt hat er jetzt zu tun, als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). So war es nicht nur geografisch ein Katzensprung bis in den Club. Grube wohnt in Moorburg. Auch betrieblich sind Hafen und Seefahrt Grube nah von Kind auf : "Moorburg war früher ein Dorf. Jetzt ist es Hafenweiterungsgebiet, was wir brauchen, damit der Hafen weiter vorn ist. Und er erinnert sich an "die Zeit, als es keine Container gab. Der Container hat die Welt verändertœ. Dem Abendblatt sagte der 66-Jährige:œ Mich hat der Hafen immer fasziniert. Und nun habe ich dieses Amt in meiner Heimatstadt, das erfüllt mich mit großer Genugtuung. Zumal es der HHLA glänzend geht."
Doch Grube wäre nicht Grube, wenn er nicht Klartext reden würde: Auch 50 Jahre und Millionen Container nach dem ersten Anlauf eines Container Frachters am Burchardkai "dürfe sich Hamburg nicht sicher sein". Der Hafen müsse sich fit machen für die Zukunft. Und da spürt man wieder den Eisenbahner, als Grube sagt: "Die Bahn, die schafft das, die wird das fahren".

Und dann fährt Grube nach Hause. "Ich muss los," sagt er. Fast entschuldigend. "Morgen gehtt´s nach China." In Hamburgs Partnerstadt Shanghai hat Grubes Frau, Sterne-Köchin Cornelia Poletto, das Restaurant The Twins eröffnet.

Text und Bild: Hergen Riedel
Bericht von Olaf - 30.05.18