Von der Südsee nach Waltershof: Freiwilliger aus Kiribati wird Jahres-Volunteer im Seemannsclub
Im Februar 2017 wuchs das Bundesfreiwilligen-Team des international seamen´s clubs DUCKDALBEN: Aberaam Tata aus Kiribati wurde Austausch-Freiwilliger für ein Jahr. Möglich macht das die neue Kooperation des Clubs mit dem Zentrum für Mission und Ökumene (ZMÖ).

Jan Oltmanns, Leiter des DUCKDALBEN: „Wenn junge Menschen aus Asien, Afrika, Europa, Lateinamerika oder eben von der Pazifik-Insel Kiribati in Einrichtungen von Partnern des Zentrums mitarbeiten, lernen sie etwas Wichtiges: Weltwärts zu blicken. Bisher ging die Blickrichtung meist von Nord nach Süd. Jetzt schauen wir erstmals von Süd nach Nord, wenn der junge Mann aus Kiribati bei uns ein Ein-Jahres-Praktikum absolviert“.
Das Zentrum für Mission und Ökumene biete als Werk der Nordkirche seit dreißig Jahren Stipendienprogramme für internationale Freiwilligendienste junger Menschen an. Das ehrenamtliche Engagement erfolgt in der Regel in den Bereichen Soziales, Jugend, Umwelt oder Kultur. Die Einsatzplätze sind Kindergärten, Schulen, Dorfentwicklungsprojekte, Sozialprojekte oder Jugendzentren in Ländern des globalen Südens. Ein neues Konzept sieht nun eine Süd-Nord-Komponente vor. Seit diesem Jahr ist es möglich, dass junge Menschen aus Ländern des globalen Südens einen Lerndienst in Deutschland absolvieren, genau wie es auch andersherum schon seit Jahren geschieht. Ab Februar ist der DUCKDALBEN zum ersten Mal Partner im Programm „Süd-Nord-Freiwilligendienste“: Die Freiwilligen werden durch das ZMÖ betreut, belegen vor ihrer Ankunft einen Deutschkurs und besuchen im Verlauf des Jahres mehrere Seminare zu Themen wie ‘Interkulturelle Kompetenzen‘ oder ‘Transkulturelles Lernen‘.
Anke Wibel, Leitung des DUCKDALBENS: „Es ist gelebte, gleichberechtigte Partnerschaft, wenn wir die gewohnte Sichtweise einmal umdrehen – und uns gegenüber den Gästen aus dem Süden öffnen. Dabei hat der DUCKDALBEN Erfahrung. Wir hatten schon Mitarbeiter aus Ecuador, Mexiko und Brasilien, die aber im Rahmen eines anderen Programmes bei uns waren.“

Der neue „volunteer“ lebt im 102.000-Einwohner-Pazifikstaat Kiribati: Aberaam Tata ist 26 Jahre alt und kommt aus Nanikai in Süd-Tarawa. Er ist „Youth and Community Worker“, eine Art Sozialarbeiter in einem Familien-Zentrum. Im DUCKDALBEN wird er viele Landsleute treffen. Denn: Nach den Philippinen stellt der Inselstaat die meisten ausländischen Seeleute in Diensten deutscher Reedereien. Deutsche Reeder gründeten 1967 hier die Berufsschule, das Marine Training Center (MTC).
Bericht von Marc - 24.02.17