Das Festgewand

BildUnsere Ehrenamtliche Ursula erinnert sich genau, dass es ein Dienstag war, als sie die Besatzung eines Bulk Carriers aus Algerien kennen lernte, der bei Schuppen 80/81 lag. Dienstag war nämlich IHR fester Tag, an dem sie Schiffsbesuche machte, damals im Herbst 2001.

An Bord herrschte große Enttäuschung. Hatten sich doch die mitreisenden Ehefrauen und Kinder auf den Landgang in Hamburg gefreut. Nun aber machten die strengen Regelungen, die unmittelbar nach den Anschlägen des 11. September für das gesamte Hafengebiet eingeführt worden waren, diese Pläne zunichte. Passierscheine wurden nur noch ausschließlich für die Bordbesatzungen ausgestellt. Alle übrigen durften nicht von Bord.

Deshalb beschloss Ursula, die Familienangehörigen täglich auf dem Schiff zu besuchen. Sie machte Besorgungen für sie und brachte selbst gebackenen Kuchen mit. Einmal schleuste Ursula sogar die Frauen von Bord heimlich im Bus zum DUCKDALBEN.

In diesen wenigen Tagen entstand trotz sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten eine herzliche Beziehung. Als die Ladung des Schiffes nach ein paar Tagen gelöscht war, fiel der Abschied schwer. Eine der Frauen, die aus der Hafenstadt Oran stammte, überreichte dabei Ursula zum Dank ein Päckchen mit einem sehr persönlichen Geschenk.

Seitdem schmückt ein seidenes, reich verziertes Festgewand aus Algerien mit passendem Umhang als besonders dekorativer Schatz eine Wand des Billardraumes.

Geschrieben von Bärbel unter Mithilfe von Ursula

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