Jan Oltmanns traute seinen Augen kaum, als er so um das Jahr 2000 herum die Schule der Wasserrschutzpolizei besuchte. Da lag auf dem Gelände eine Tonne, wie er sie vorher noch nicht gesehen hatte. Ihre Spitze zeigte eine Kugel mit einem Kreuz darauf. „Das ist ja das alte Symbol der Deutschen Seemannsmission, das Kreuz auf der Weltkugel“, sagte er verblüfft. Und sein Wort wurde gehört. Die Tonne sollte ohnehin demnächst aus Platzgründen „entsorgt“ werden, und deshalb war sofort klar, dass ihr künftiger Standort in der Zellmannstraße liegen würde.

Seitdem schmückt die Tonne die linke Seite der Einfahrt zum DUCKDALBEN. Worauf aber sollte sie ursprünglich die Seeleute aufmerksam machen? Weder das Internet, noch Meyers Konversationslexikon von 1906 – sonst ergibige Informationsquellen für mich - halfen mir weiter. Immerhin zeigte mein Hamburger Schulatlas von 1969 eine ähnliche Bakentonne für den Zusammenfluss des Fahrwassers der Este und der Elbe, allerdings mit einer Raute über der Kugel.

Schließlich wurde unser Ehrenamtlicher, mit allen Wassern gewaschener „Santa Klaus“ in einem Buch für Sportseeschiffer von 1977 fündig. Dort zeigt eine Abbildung, dass unsere Tonne eine Fahrwasservereinigungstonne für zwei gleichwertige Fahrwasser ist. Und von unserem „Bücherwurm“ Wolfgang L. kam der Hinweis, dass eine derartige Tonne das Ende vom „Mittelgrund“ gekennzeichnet hat, einem langgestreckten Sand in der Elbmündung.

Linkerhand unserer Einfahrt die Bakentonne mit dem alten Symbol der Seemannsmission,
rechterhand ein (aus dem Elbschlick vor Blohm + Voss geborgener) Anker, das heutige Symbol – Zufall oder Absicht? Auf jeden Fall für mich eine überraschende Erkenntnis.

Geschrieben von Bärbel unter Mithilfe von Jan, Klaus V. und Wolfgang L.


Übrigens wurde die Farbgebung der Betonnung 1982 generell von schwarz und rot auf grün und rot umgestellt. Gleichzeitig wurde die Form der Tonnen verändert.
Bericht von Marco - 06.11.15