Drei Chinesen ohne Kontrabass

Bild„Drei Chinesen ohne Kontrabass“ – das war mein erster Gedanke, als ich diese kleinen Porzellanfiguren unter unseren „Schätzen“ im DUCKDALBEN entdeckte. Da ahnte ich noch nicht, dass sie eng zusammen- gehören, dass sie an ihren äußeren Merkmalen erkennbar sind und dass sie in vermutlich jedem chine- sischen Haushalt vorhanden sind. Ursprünglich wurden sie als „San Xing“, die „Drei Sternengottheiten“, verehrt. Erst später stellte man sie in menschlicher Gestalt dar. Dabei orientierte man sich an Vorbildern, die tatsächlich gelebt hatten.
Rechts (vom Betrachter her gesehen) steht Shouxing, kurz Shou, der „Gott des langen Lebens“. Ihm ist Canopus zugeordnet, der zweithellste Stern am Nachthimmel. Dieser steht allerdings so weit südlich, dass er von uns aus nicht gesehen werden kann. Kenntlich ist Shou an seiner hohen, vorstehenden Stirn und seinem langen, weißen Bart. Er hält einen Stab mit einer Rolle, die die jedem Menschen zugeteilten Le- bensjahre verzeichnet. Oft trägt er auch das Symbol für Langlebigkeit, einen Pfirsich.
In der Mitte steht Luxing, kurz Lu, der „Gott des Wohlstandes und des Ansehens“. Sein Stern ist Mizar, der mittlere Deichselstern des Sternbilds Großer Wagen. Lu wird als Staatsbediensteter dargestellt, meist in der Kleidung eines Mandarins. In seiner Hand hält er das Ruyi-Zepter. Es symbolisiert, dass seinen Ver- ehrern alles nach Wunsch gehen möge.
Links im Bild ist Fuxing, kurz Fu, der „Gott des Glücks“. Ihm wird der Planet Jupiter zugeschrieben. Übli- cherweise wird er in der Bekleidung eines Schülers dargestellt. Oft trägt er ein Kind auf dem Arm. In seiner Hand hält er eine Schriftrolle mit der Formel, welche die Güte des Schicksals erwecken kann.
Die drei taoistischen Glücksgötter symbolisieren in China die wichtigsten Aspekte eines günstigen Schick- sals: Glück, Wohlstand und Langlebigkeit. Bei uns im DUCKDALBEN entfalten Fu, Lu und Shou ihre Kräfte gemeinsam in der großen Vitrine gegenüber dem Eingang.
Ein großes Dankeschön an die sieben Seeleute aus China, die zufällig im DUCKDALBEN anwesend waren und mir entscheidende Hinweise zu den Figuren gaben! So konnte aus „Drei Chinesen ohne Kontrabass“ das „Göttliche Dreigestirn“ werden.

Geschrieben von Bärbel unter Mithilfe von sieben chinesischen Seeleuten

Zurück

Weiter zur Schatzsuche