Wenn man im DUCKDALBEN den „Raum der Stille“ betritt, fällt der Blick meist als erstes auf die gegenüberliegende Wand mit der Nische für den Buddhismus. Reich ausgestattet ist sie mit ganz unterschiedlichen Schätzen. Ein starker Blickfang ist das Thangka, ein Rollbild, das der Meditation dient.

Bahnen aus schweren Brokatstoffen umrahmen das eigentliche Bild. Es zeigt den Stifter des Buddhismus, Buddha Shakyamuni mit zwei seiner wichtigsten Schüler.

Ein solches kunstvolles Bild entsteht unter Beachtung genauester Anweisungen mit Leim- und Kreideschichten als Basis und ausschließlich Naturstoffen als Farben, z. B. Blau aus gemahlenem Lapislazuli und Rot aus Sandelholz oder dunkelroter Erde.

Die Figur des Buddha zeigt vielfältige Merkmale, die die Tugend seines Geistes verkörpern: die Erhebung in der Mitte des Kopfes, die ein besonderes Attribut seiner transzendenten Weisheit ist, die lang heruntergezogenen Ohren, die goldene Hautfarbe. Seine Kleidung, die Körperhaltung, die Gesten seiner Hände - sie alle weisen auf besondere Eigenschaften des Buddha hin. Hinzu kommen Attribute, die Hauptaspekte der Aussagen Buddhas zum Ausdruck bringen. Dazu gehören Löwen, die den Thron halten, die Lotusblüte auf dem Sitz, die flachen Scheiben von Sonne und Mond, die Almosenschale.

Dieses Thangka wurde von tibetischen Künstlern im indischen Exil gestaltet und dem DUCKDALBEN am 28.8.1998 von Oliver Petersen, einem Mönch des Tibetischen Zentrums in Hamburg, überreicht. An diesem Tag wurde der „Raum der Stille“ offiziell in Betrieb genommen.

In einer Meditation zu diesem Rollbild schreibt Oliver Petersen:
„Wir versenken uns möglichst tief in die innere Schau dieser eindrucksvollen Erscheinung des Buddha. Dabei entsteht in uns das tiefe Vertrauen, dass dieses vorzügliche Wesen uns tatsächlich aus unserem Leiden heraushelfen kann und konzentrieren uns auf diesen Geisteszustand.“

Dank an Dirk Stähler für einen entscheidenden Tipp und ganz besonderen Dank an Oliver Petersen für die umfangreichen Informationen

Text: Bärbel Thomamüller / Foto: Peter Breucker
Bericht von Olaf - 10.11.18