Ein ungelöstes Rätsel

BildWenn irgendwo der Begriff „Traumreiseziel“ genannt wird, fällt vielen Menschen sofort ein Ort ihrer Sehnsucht ein. Für mich ist „Vanuatu“ ein solches Reizwort. Aber leider zerschlugen sich die Pläne, dort hin zu reisen.

Und nun stockt mein Schritt, als mein Blick im Vorbeigehen zufällig in eine der Glasvitrinen in der großen Eingangshalle des DUCKDALBENs fällt. Wie elektrisiert bleibe ich stehen. Da liegt eine Schnecke, nicht ganz so groß wie meine Faust, und auf ihrer gerundeten Seite steht in großen Buchstaben u.a. VANUATU. Als ich sie umdrehe, ist es fast, als schaue sie mich mit fragendem Gesichtsausdruck an.

Es handelt sich um ein ausgewachsenes Exemplar (9,9 cm) der Cypraea hesitata, eine seltene, relativ große Art der Kaurischnecken. Sie leben überwiegend vor der Westküste Australiens bis nach Tasmanien und zwar in 100 – 200 m Tiefe.

Aber wie kommt diese Schnecke hierher? Das muss doch heraus zu finden sein! Aber wen auch immer ich im DUCKDALBEN frage, niemand kann mir sagen, wann und wie und warum die Schnecke in der Vitrine gelandet ist. Die Statistik der Herkunftsländer der Seeleute hilft mir ebenfalls nicht weiter. Aus Vanuatu war nämlich überhaupt noch nie ein Seemann bei uns.

Auf dem Schneckenrücken steht auch noch „Hyundai Cong“. Das wird wohl ein Schiffsname sein, denke ich und schaue ins Internet. Aber nur lauter Autotypen erscheinen unter diesem Namen. Unter „Containerschiff Hyundai“ finden sich mehrere Schiffe, alle mit anderen Zunamen. „Cong“ ist nicht dabei. Auch in der Schiffsstatistik des DUCKDALBENs, die seit der Gründung geführt wird, findet sich kein Schiff dieses Namens.

Schließlich rätsele ich an den drei chinesischen Schriftzeichen herum, die ganz unten auf der Schnecke stehen. Ein chinesischen Seemann, der gerade im Club ist, übersetzt die Zeichen für mich und gibt mir den Hinweis, es handele sich um einen Namen: Song Hao Feng. Vermutlich stammen alle Schriftzeichen auf der Schnecke von Song Hao Feng, denn alle sind mit demselben wasserfesten Stift geschrieben. Aber auch das hilft mir nicht dabei, das Rätsel dieses Schatzes aufzuklären. Schade, so wird es wohl weiter ungelöst bleiben, es sei denn, jemand der dies liest, weiß Näheres darüber. Das wäre – in Bislama, einer der Amtssprachen Vanuatus ausgedrückt - „gud Pumas“!

Geschrieben von Bärbel

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