Das junge Mädchen auf dem Foto bin ich. Neben mir steht Abe, Bundesfreiwilliger aus Kiribati, und zu meiner Linken zwei freundlich lächelnde Franzosen, Jean-Claude und Jean-Baptiste. Sie haben den Anstoß zu dieser Geschichte gegeben. Darin werden diesmal nicht die Geheimnisse von schon ver- staubten Schätzen aus den Tiefen des DUCKDALBENS aufgedeckt, sondern ich will von der tollen Begegnung mit den beiden Franzosen erzählen und was daraus entstanden ist.
Ihr vermutet sicherlich, dass die beiden Männer Seeleute sind, die unseren schönen Club besuchen.
Dann zumindest geht es euch ähnlich wie uns aus dem Spätdienst-Team am Freitag, dem 24.03.2017. Doch diese Annahme änderte sich ganz schnell, als wir ihnen das erste Bier am Nachmittag verkauften. Denn die beiden erzählten uns sehr stolz, dass sie Passagiere auf der CMA CGM Benjamin Franklin und so wie wir Ehrenamtliche in Frankreich im Hafen von Le Havre sind. Und obwohl sie ja noch gar nicht lange im DUCKDALBEN waren, waren sie schon jetzt total begeistert von unserem Seemannsclub. Ich freute mich natürlich, dass es den beiden gefällt, aber das hört man hier ja schließlich öfter. Die ganze Spätschicht über traf man sie immer wieder im Club an und kam auch immer erneut ins Gespräch mit ihnen. Bei einem kurzen Plausch bat Jean-Claude mich um ein Blatt Papier und einen Bleistift, und ich händigte ihm dies selbstverständlich aus, ohne mir etwas dabei zu denken. Kurze Zeit später kam er, um mir den Stift zurück zu geben und überreichte mir dabei eine Bleistiftzeichnung für den DUCKDALBEN. Darauf ist die CMA CGM Benjamin Franklin zu sehen und darunter stehen die Namen von zwei Filipinos und ihre eigenen Namen. Die beiden Seeleute hatten nämlich die beiden „Landratten“ an die Hand genommen und mit in den Club gebracht. Das kleine Kunstwerk könnt ihr jetzt im Billardraum über der Sofaecke bewundern.
Kurz bevor sie dann wieder zum Schiff zurück wollten, kamen wir noch ein weiteres Mal mit ihnen ins Gespräch und sie erzählten, dass diese Schiffsreise für sie seit langem ein Traum gewesen war. Nun hatte Jean-Baptiste diese dann von seinem Sohn zum Geburtstag geschenkt bekommen. Wir haben noch ein bisschen weiter mit ihnen geredet, ihnen von der Schatzkiste erzählt, ihnen ein Exemplar der Broschüre geschenkt und angekündigt, dass sie nun vielleicht selbst Anlass zu einer Geschichte werden. Denn ich war völlig begeistert von dieser mal etwas anderen Begegnung im DUCKDALBEN und wie dieser so überraschend zu einem neuen Schatz kam. Ich persönlich finde es einfach klasse, dass Ehrenamtliche, welche auch für Seeleute arbeiten, sich völlig unvermutet treffen, voneinander berichten und sofort als sympathische Kollegen verstehen, obwohl man sich nicht kennt.

Geschrieben von Paula mit Beistand von Bärbel

Bericht von Olaf - 30.05.17