Als Pharao Tutanchamun im Jahr 1323 v. Chr. starb, war er etwa 19 Jahre alt. Man glaubte, dass die Seele eines Verstorbenen weiterlebt. Deshalb wurde sein Grab wie sein Haus eingerichtet. Unvorstellbar viele Beigaben wurden ihm für seine Reise ins Jenseits mitgegeben. Als das Grab fast unversehrt entdeckt und geöffnet wurde, fanden sich darin allein sechs Sessel für ver- schiedene Gelegenheiten. Einer dieser Sessel ist der goldene Thronsessel. Wie auf dieser Abbildung des Originals zu sehen ist, ist die Innenseite der Rückenlehne mit Blattgold überzogen. Mit verschiedenen farbigen Steinen, Glas und Fayencen ist eine berührende Szene dargestellt:

Der Pharao sitzt auf einem Polstersessel. Seine Füße ruhen auf einem Schemel. Vor ihm steht seine Frau Anchesenamun. An der Haltung und ihren Blicken erkennt man, wie stark die beiden einander zugeneigt sind. Mit einer zärtlichen Geste legt die Königin eine Hand auf die Schulter Tutanchamuns. Vielleicht hat sie gerade etwas aromatisches, heilsames Öl aus dem Gefäß genommen, das sie in ihrer anderen Hand hält. Nun wird sie ihn damit salben. Es ist bekannt, dass der König trotz seiner Jugend an Knochenschwund litt. Wie wohltuend muss da eine solche Behandlung für ihn gewesen sein!

Die oben abgebildete Szene hat die Menschen in Ägypten so stark entzückt, gerührt und bewegt, dass sie seither millionenfach in Variationen auf verschiedenen Materialien dargestellt wurde. Kein Basar, auf dem sich nicht derartige Abbildungen finden lassen. Die Ruhe, die Wärme und die Zuneigung, die das Bild auf der Rückenlehne des Thronsessels zeigt, findet sich in allen Kopien wieder. Zu meiner großen Verblüffung entdeckten wir im DUCKDALBEN insgesamt drei Darstellungen dieses Motivs, zwei im Clubraum und eine im Billardraum.

Mögen alle Seeleute, die unseren Club besuchen, hier Wärme und Zugewandtheit dem Einzelnen gegenüber empfinden – auch, wenn sie nicht gerade vor einem dieser drei Schätze stehen!

Erstellt von Bärbel nach Anregungen von Annika Uhlmann
Bericht von Olaf - 03.05.18