Entdeckung beim Frühjahrsputz

Bild"Zwei grässliche, furchterregende Gestalten treiben sich in den finstersten Ecken des Billardraumes herum." Das berichtete unsere Ehrenamtliche Paula nach der jährlichen Putzaktion des DUCKDALBENs. In luftiger Höhe ist dort unter der Decke ein Brett angebracht, auf das fast kein Licht fällt. Die "Schätze", die dort oben stehen, sind deshalb von unten kaum zu erkennen. Wer aber sind die beiden menschenge- staltigen Fabelwesen, die dort solchen Schrecken verbreiteten, und woher kommen sie?
Wohlbeleibt stehen sie da auf Füßen mit vier Zehen. Ihren Kopf schmücken struppige, borstige Haare, lange, unförmige Nasen und abstehende Ohren. Ihre Augen sind bernsteinfarbig. Sie grinsen uns freundlich an und zeigen ungeniert ihre vielen Zahnlücken. Der Größere hat auf dem Rücken gar einen Schwanz mit buschigem Ende.
Den beiden ist ein Heftchen mit Erklärungen beigefügt. Daraus erfahren wir, dass es norwegische Trolle sind. Sie werden in Tynset, einem Gebirgsdorf in Mittelnorwegen, hergestellt und sind die persönliche Interpretation des Malers und Bildhauers Trygve Torgersen, wie er Trolle aus Märchen und Erzählungen kannte. Die von ihm gestalteten Trolle „haben eine freundliche Natur und sind empfindsam wie ein Mensch. Sie sollen mit Respekt und Verständnis behandelt werden und einen anderen Troll aus derselben Familie zur Seite haben. Auch altern sie, werden dunkler und faltiger, und ihre Farbe verblasst. Allerdings lässt sich dieser Prozess herauszögern, indem man den Trollen einen schattigen Platz zuweist.“ Da war der bisherige Standort bei uns im Billardraum genau richtig und wir haben sie wieder dorthin zurückgestellt.
Paula, die schon als Kind Bekanntschaft mit einer Troll Familie aus einem Buch machte, schickte mir zusätzliche Informationen: „Soweit ich weiß, steht das Wort Troll aber beispielsweise in der Mythologie für ein Ungeheuer. Also ein gar nicht mehr so freundliches Naturwesen. ... Und wusstest du, dass laut der Sage die Trolle in Hülle und Fülle Gold besitzen, viel schlafen und deswegen auch nicht arbeiten? Und wer Trolle mal in der Wirklichkeit und nicht nur im Billardraum erleben möchte, sollte nach Norwegen fahren und draußen in der Natur – am besten im Wald – besonders aufmerksam hinter großen Steinen, in hohlen Bäumen oder verheißungsvoll tiefen Erdlöchern nachsehen. ... Wetten, dass man dort seltsame Spuren findet ?!“
Und damit sich niemand mehr fürchten muss, der unsere Trolle im Billardraum entdeckt, sei zum Schluss noch erwähnt, dass - nach Meinung des norwegischen Volksmundes – die Begegnung mit Trollen sowohl Glück als auch Erfolg bringen kann.

Geschrieben von Bärbel unter Mithilfe von Paula und Jacob

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