Im DUCKDALBEN hängt über dem Durchgang vom Clubraum zum angrenzenden großen Eingangsbereich ein Schild. Darauf steht HOME SWEET HOME aus hellem Holz geschnitzt.

HOME SWEET HOME - dieser Ausdruck, der meist mit “Trautes Heim, Glück allein“ übersetzt wird, kommt in mehreren Liedern vor. Das älteste dieser Lieder wurde 1823 komponiert. Ursprünglich war es eine Arie aus der Oper Clari or the Maid of Milan des Londoner Komponisten Henry Bishop. Darin denkt jemand in der Fremde, in der es ihm äußerst gut ergangen ist, voller Sehnsucht an die einfache, strohgedeckte Hütte zurück, in der er aufwuchs. Sehr schnell verselbständigte sich diese Arie als ein Lied, das sich bald im ganzen angelsächsischen Sprachraum großer Beliebtheit erfreute. Dieser „Hit“ schwappte auch in anderssprachige Länder über. So entsprechen z. B. Zeilen eines Gedichtes von Adalbert Stifter dem Beginn der Arie: „Leb wohl, du Stadt, lebt wohl, Paläste, lebt wohl in eurer stolzen Pracht! Lebt wohl, ihr glanzgeschmückten Feste, mich treibt des Heimwehs Zaubermacht.“

Unser HOME SWEET HOME Schild hängt weit oben und es fällt nur wenig Licht darauf. Mir war es deshalb noch nie aufgefallen. Durch mehrere glückliche Zufälle kamen wir seiner Geschichte auf die Spur.

Unser ehrenamtlicher Bordbetreuer Werner hatte im Februar 2016 den indonesischen Seemann Juyanto von der MV Fenja im Krankenhaus besucht. Groß waren Freude und Überraschung, als sich die beiden in diesem Frühjahr zufällig im Club wiedertrafen. Juyanto fährt inzwischen auf der MV Tina, wie die MV Fenja ein Schiff der Reederei Holwerda. Juyanto erzählte Werner, dass ein Onkel von ihm ein begabter Holzschnitzer war und zugleich zur See fuhr. Dieser Onkel hat das Schild geschnitzt und dem Seemannsclub geschenkt. Statt unter HOME SWEET HOME eine einfache Hütte abzubilden, hat er DUCKDALBEN darauf geschrieben, weil er sich dort von vielen Besuchen her heimisch fühlte und sich immer schon auf See auf die gemütliche Atmosphäre und freundliche Betreuung freute. Hinzugefügt hat er HOLWERDA, den Namen der Reederei, zu der sein Schiff gehörte. Leider ist Juyantos Onkel vor ein paar Jahren verstorben.

Das Schild ist mit einem Seil fest an zwei Rohren verknotet, die über dem Durchgang zum Anbau verlaufen. Unser Hausmeister Matthias, der mein Interesse an dem Schild wahrgenommen hatte, beschloss, bei Gelegenheit einmal dahinter sauber zu machen, denn es hatte sich da eine dicke Staubschicht angesammelt. Als überraschendes Ergebnis seiner Putzaktion schickte Matthias mir eine Nachricht über eine Beschriftung auf der Rückseite des Schildes. Das angefügte Foto macht weitere Erklärungen überflüssig. So waren mit einem Schlag unverhofft alle für mich noch offenen Fragen des Schildes geklärt.

Seit der Gründung im Jahr 1986 besuchten übrigens 11 576 Seeleute aus Indonesien den DUCKDALBEN.

Text: Bärbel Thomamüller mit Dank für die umfangreiche Unterstützung von Werner Tantzscher Fotos (von oben nach unten): Konrad Ullmann, Werner Tantzscher und Matthias J.
Bericht von Olaf - 10.11.18