„Niño“ ist das spanische Wort für „Kind“. Im DUCKDALBEN gibt es im Raum der Stille ein ganz besonderes „Niño“. Wir finden es an der langen Wand mit vielen anderen Gegenständen, die das Christentum symbolisieren. Es ist jedoch nicht wie ein Kind gekleidet, sondern trägt eine Krone und einen reich verzierten, kö- niglichen Umhang. Mit erhobener rechter Hand grüßt es von einem Podest.

Diese kleine Figur stellt das Jesuskind dar und wird auf den Philippinen Santo Niño genannt. Viele Menschen dort verehren Santo Niño in tiefer Gläubigkeit. Die Ge- schichte geht zurück auf Magellan. Dieser gelangte bei seiner Suche nach den Gewürzinseln im April 1521 auf die Insel Cebu. Er brachte als Gastgeschenk eine Jesusfigur aus dunklem Holz mit. Die Klei- dung der Figur war dem damaligen Stil des spanischen Königshauses angepasst. Magellan schenkte diesen Santo Niño der Frau des damaligen Herrschers, da sich das Paar taufen ließ und mit ihnen viele ih- rer Untertanen. Nach Magellans Tod auf einer Nachbarinsel verließen die übrigen Spanier Cebu.

Eine weitere spanische Expedition erreichte die Insel im April 1565. Dieser erneute Versuch der Kolonisierung verlief nicht friedlich. Der Anführer ließ die Stadt niederbrennen. Etwa 500 Einheimische kamen ums Leben und 1500 Häuser gingen in Flammen auf. In den Trümmern fand sich eine hölzerne Kiste. Darin lag Magellans Figur des Santo Niño nahezu unversehrt. Für die Menschen war dies das Zeichen eines Wunders und seitdem schreibt man der Figur übernatürliche Kräfte zu. An der Fundstelle wurde eine Kirche errichtet, die Basilica del Santo Niño. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erneut. 1739 wurde sie in ihrer jetzigen Form aus Naturstein errichtet und zählt zu den wichtigsten sakralen Bauwerken der Philippinen. Der gerettete Santo Niño wird darin in einem gläsernen Schrein geschützt bis heute als Heiligtum aufbewahrt.
Seeleute aus den Philippinen, die unseren Club besuchten, erzählten, dass man Kopien der Figur des Santo Niño in ihrer Heimat an vielen Stellen begegnen kann. Man findet sie in Kirchen, in Einkaufszentren, Restaurants, am Rückspiegel von Autos und natürlich im privaten Rahmen, oft zusammen mit einer Marienstatue und einem Bild Jesu. Auf Cebu wird jedes Jahr im Januar das mehrtägige Sinulog Fest zu Ehren des Santo Niño gefeiert.

Im Jahr 2011 war Jan Oltmanns auf Cebu. Von dort brachte er „unseren“ Santo Niño für den Raum der Stille mit.

Erstellt von Bärbel unter Mithilfe von Jan O., Nonie und Konrad
Bericht von Olaf - 03.05.18