Als vor einem Jahr Aberaam Tata aus Kiribati als „volunteer“ in den DUCKDALBEN kam, fragten sich alle: Wo ist Kiribati? Jetzt wissen es alle – und sind dennoch betrübt. Denn Abe geht zurück.
Es war „one of the best days in my life“, erinnert sich Aberaam Tateram, als er im Februar 2017 zum Bundesfreiwilligen-Team des Seemannsclubs DUCKDALBEN stieß. Aberaam, den alle kurz nach seinem ersten Hello nur noch Abe nannten, war Austausch-Freiwilliger für ein Jahr. Nun geht er nach seinem Praktikum im DUCKDALBEN zurück in seine Heimat Kiribati.
Abe kam in den Club dank der Kooperation mit dem Zentrum für Mission und Ökumene (ZMÖ). Es dreht im Programm „Süd-Nord-Freiwilligendienste“ die oft vorherrschende Blickrichtung um, nach der Menschen aus Europa in Asien oder Ozeanien helfen. ZMÖ. Die Freiwilligen besuchen im Verlauf des Jahres mehrere Seminare zu Themen wie ‘Interkulturelle Kompetenzen‘ oder ‘Transkulturelles Lernen‘. Abe war dabei. Das zeigte er auch beim Abschied.
Zum Goodbye im Club brachte er nicht nur eine feine Rede mit – voller Dank, Herzlichkeit und Erinnerungen in Wort und Bild: Abe an der Nordsee, Abe in der Seafarers Lounge, Abe an Heiligabend oder Abe beim interkulturellen „drinking gluhwine“… Er zauberte aus seinem Notebook noch mehr: Zuerst ein Video über einen Tanz seiner Heimat. Und dann die Musik zu: Abe live on stage im DUCKDALBEN. Der Tanz war so freudig wie melancholisch. Denn er brachte aus Abes Heimat die Botschaft mit: Ti aboo, Auf Wiedersehen. Und weil Geschenke die Freundschaft erhalten, kleidet Abe die Clubleiter Anke Wibel und Jan Oltmanns neu ein: Mit einem Lava-Lava, der traditionell in Polynesien, besonders auf Samoa und Kiribati getragen wird.
Aberaam lebt in South-Tarawa, Hauptstadt des Pazifikstaats, in dem 100.000 Menschen auf 33 Atollen leben. Nach den Philippinen stellt der Inselstaat die meisten ausländischen Seeleute in Diensten deutscher Reedereien. Sechs deutsche Reedereien gründeten 1967 hier die Berufsschule, das Marine Training Center (MTC). Seither verließen über 3.500 Seeleute diese Schule – und sorgen für zehn Prozent der Wirtschaft.
Ein Tipp für alle, die Abe besuchen wollen: Die Republik Kiribati liegt im Pazifischen Ozean nordöstlich von Australien und den Salomonen-Inseln nördlich und südlich des Äquators. Besonders auf den äußeren Inseln heißt: keine Shorts, Miniröcke und andere freizügige Kleidung tragen, wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt (zum Beispiel bei Dorfbesuchen).

Text und Bild: Hergen Riedel
Bericht von Olaf - 08.02.18